Tänzer treffen Puppen

die Barockbühne als Bewegungstheater

Das Theater des Barock schaffte eine Verknüpfung der verschiedenen Bühnenkünste; der Tanz als Bindeglied oder ‚Entreact' spielt dabei schon immer eine bedeutende Rolle. Der Workshop machte den TänzerInnen Strukturen der Barockbühne in komprimierter Form zugänglich. Dies geschah anhand praktischer Umsetzung ausgewählter Szenen aus dem Opera Balet ‚Europe Gallante' von André Campara, Versailles, 1697.

Worauf beruht die Bühnenwirklichkeit des Barock? In was für Räumen und Raumvorstellungen ist sie entstanden? An was für eine Gesellschaft richtete sie sich? Und wie könnte man am Ende des 20. Jahrh. die Strukturen der Barockbühne aufgreifen, ohne ihre Inhalte zu kopieren? Um die besonderen Möglichkeiten der Barockbühne sinnfällig zu machen, fand der Workshop in einem zentralperspektivischen Raum statt. In diesem Raum begegneten die TänzerInnen Puppenspielern, die von der jeweils gleichen Geschichte ausgingen wie sie. Im Sog der Perspektive begann ein Spiel zwischen übernommenen Formen und der eigenen Vitalität. Vorkenntnisse der TeilnehmerInnen historischer oder tanzhistorischer Art waren nicht erforderlich - eher die Neugier, die von verschiedenen Dozenten angebotenen Informationen aufzugreifen und spielerisch zu verarbeiten.

Im Rahmen von "Internationales Tanzfest Berlin, Tanz im August 1992"

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